Bereits um 3500 v.Chr. wurde z. B. in Ägypten das erste Glas erzeugt.

Das zunächst sehr mühsame Verfahren machte Glasperlen zu reinen Luxusgegenständen, die sich meist nur Herrscher leisten konnten.

Die Perlen waren im 15.Jh. Haupthandelsgut in allen Ländern und begehrt wie nie zuvor.

Die bekannte Welt wurde grösser, die Nachfrage steigerte sich, die Gewinne stiegen ins Unermessliche.

Herstellung am offenen Feuer

Eine Glasperle entsteht

nach alter Handwerksart

Die Produktion der Perlen wurde ständig verbessert.

Es wurde rationalisiert und mit alchimistischen Versuchen neue Färbe-verfahren ausprobiert.

Es gab die Perle hohl und massiv,

einfarbig und bunt,

mit hochkomplizierten Mustern,

gezogen und gehakt,

getrommelt und gewickelt.

 

Afrika tauschte gegen Oel, Gold und Sklaven,

Europa brauchte Unmengen von Perlen für Rosenkränze, die muslimische Welt für Gebetsketten.

Nach 1492 flossen Tonnen von Perlen nach Amerika, wo Glas bislang unbekannt und äusserst begehrt war.

Murano 1920

Aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind ortsfeste Glashütten bekannt, oft in der Nähe von Klöstern.

Der Bedarf an Glasfenstern, Gefässen und Perlen wuchs und ,an wollte nicht mehr auf Importe angewiesen sein. Schlepper schmuggelten ganze Glasbläserfamilien aus Murano an europäische Fürstenhöfe, wie Augsburg und Nürnberg. So wurde Venedigs Monopolstellung untergraben.

Vor allem Böhmen

tat sich in der Anwendung neuer Technologien hervor.

Dort hergestellte Perlen

wurden von Handelsvertretern in alle Welt verkauft.

Wie so vieles wurde auch die Perlenkunst - das Herstellen von Glasperlen vor einer offenen Flamme - in den vereinigten Staaten neu belebt und wiederentdeckt.

Aber auch im "alten" Europa geriet das Glasperlenmachen nie ganz in Vergessenheit.

Heute erfreut sich das traditionsreiche Kunsthandwerk einer wachsenden Fangemeinde,

und zahlreiche Neu- und Weiterentwicklungen im Bereich Arbeitsmaterial und Werkzeug sowie der rege Austausch übers Internet ermöglichen es heute auch, Glasperlendrehen als Hobby auszuüben.